Fällt im Geschäftsalltag das Wort Insolvenz, hat das die gleiche Wirkung, wie beim Autofahren geblitzt zu werden. Plötzlich ist man aufmerksam und froh, wenn man nicht selbst betroffen ist. Wer wurde diesmal erwischt, wer ist zahlungsunfähig? Insolvenzbekanntmachungen können sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen betreffen. Da die Firmenpleite für Sie als Unternehmen jedoch weitaus größere Folgen haben kann, beziehen wir uns im Artikel ausschließlich darauf.

Vor dem Hintergrund der Insolvenzmeldungen von Air Berlin und deren Tochtergesellschaft Niki, war zuletzt in diesem Zusammenhang die Flugbranche vermehrt in den Medien zu finden:

Wenn die Schulden das Vermögen überwiegen, liquide Mittel zur Begleichung fehlen oder lediglich eine Zahlungsunfähigkeit droht, dann ist die Insolvenz nicht mehr abzuwenden. Meist trifft es dabei die Gläubiger besonders hart, denn sie erhalten im Schnitt nur 2% ihrer Forderungen zurück.

Deshalb lohnt es sich, hier frühzeitig vorzusorgen und im Risikomanagement und einer vorbereiteten Unternehmensführung alles zu tun, um drohende Insolvenzbekanntmachungen von Geschäftspartnern, Kunden oder Lieferanten rechtzeitig zu erkennen.

Insolvenzbekanntmachung Firma

Wie erfahren Sie von einer Insolvenzmeldung?

Laut §9 Insolvenzordnung (InsO) muss das Insolvenzverfahren öffentlich bekannt gegeben werden. Darin ist auch festgehalten, dass diese Veröffentlichung im Internet theoretisch ausreicht, um Betroffene zu informieren. Das heißt, falls Sie als Gläubiger Ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden möchten, sind Sie im Zweifel selbst gefragt, die Insolvenzbekanntmachung rechtzeitig zu entdecken.

Die ersten Anlaufstellen sind sicherlich das Handelsregister oder das offizielle Insolvenzportal der Bundesländer, in dem die Bekanntmachungen der Insolvenzverfahren veröffentlicht werden.

Der Firmenalltag erlaubt es Ihnen aber oft nicht, jedes Unternehmen mit dem Sie in Verbindung stehen, einzeln auf eine Insolvenzmeldung bei den genannten Plattformen zu prüfen. Das Ganze Tag für Tag von neuem durchzukauen, dafür bleibt erst recht keine Zeit. Es ist eine knifflige Aufgabe, die Balance zu finden zwischen dem Aufwand und dem Risiko, das Sie eingehen, wenn Sie eine Insolvenzmeldung verpassen. Das nimmt Ihnen Echobot gerne ab. Minimieren Sie am besten beides, indem Sie sich mit einem einfachen E-Mail-Alert über Insolvenzhinweise informieren lassen und somit Ihr ganz eigenes Insolvenzregister erstellen.

Was passiert, wenn Kunden oder Lieferanten Insolvenz anmelden?

Natürlich trifft es Sie hart, sobald ein Unternehmen zahlungsunfähig wird, mit dem Sie in einer Geschäftsbeziehung stehen. Ist es einer Ihrer Kunden, dann gehen Umsätze verloren. Kommt die Insolvenzbekanntmachung von einem Stammkunden, hat das sogar noch größere Auswirkungen, da längerfristig geplante Umsätze entfallen. Dennoch muss dieser Fall kaufmännisch einkalkuliert werden und sollte Ihre Firma nicht in den Ruin stürzen.

Geht allerdings ein Unternehmen insolvent, mit dem Sie einen Liefervertrag geschlossen haben oder das Sie als Subunternehmen in ein Projekt eingebunden haben, dann stecken Sie in deutlich größeren Schwierigkeiten. Die Engpässe, die entstehen, geben Sie an Ihre Kunden weiter und riskieren nicht nur Ihre Zuverlässigkeit. Für kleinere Unternehmen kann solch eine Situation sogar existenzbedrohend sein.

Daher ist höchste Vorsicht geboten! Erkennen Sie auch nur kleine Anzeichen, dann suchen Sie schnellstmöglich das Gespräch mit der Geschäftsleitung der betroffenen Firma und klären Sie die Gründe dafür auf. Es musst nicht immer zum äußersten kommen, vielleicht steckt die Firma auch gerade in einer Umstrukturierung und kann dadurch Verzögerungen erklären. Dennoch, um bei einer Insolvenzbekanntmachung schnell zu reagieren, halten Sie speziell bei Lieferanten und wichtigen Geschäftspartnern immer Alternativen in der Hinterhand. Behalten Sie den Markt im Blick, sodass Sie im Falle eines Bankrotts schnell Ersatz finden. Es geht schließlich auch um Ihre Zahlungsfähigkeit und um das Fortbestehen Ihrer Firma.

Warnsignale erkennen und reagieren

Ob als kleines, mittelständisches oder großes Unternehmen – wichtig ist, dass Sie Ihre Partner vor Vertragsabschluss überprüfen und auch anschließend im Auge behalten. Denn eine Insolvenz versteckt sich im Gegensatz zum Blitzer nicht einfach unbemerkt hinter der nächsten Ecke. Wer aufmerksam ist, kann sie schon von weitem kommen sehen. Viele kleine Anzeichen können auf eine Schieflage hindeuten. Echobot hat dafür sogenannte Risikosignale definiert. Darunter fallen Stellenabbau, Standortschließung, Umsatzreduktion, Streik u.v.m. Sie selbst können durch regelmäßige Qualitätskontrollen aber auch schnell feststellen, ob ein Lieferant Lieferschwierigkeiten hat oder ob sich die Qualität der Leistungen verändert. Summieren sich diese Anzeichen, sind Sie auf eine Insolvenzbekanntmachung vorbereitet und können frühzeitig einen Weg mit Ihrem Geschäftspartner finden oder auf Ihre Alternativen zurückgreifen.

Auch Ihre Kunden sollten Sie vor einer Zusammenarbeit auf Zahlungsfähigkeit prüfen. Finanzzahlen und Meldungen im Netz verraten Ihnen schon wichtige Details. Erkennen Sie hierbei gewisse Risiken, ist bei einer Zusammenarbeit Vorsicht geboten. Als Kunden müssen Sie ihn deshalb aber noch nicht ablehnen. Es gibt passende Zahlungsmöglichkeiten (wie zb. Vorkasse) und Sicherheiten, die Sie ihm anbieten können, um von vornherein auszuschließen, dass Sie auf den Forderungen sitzen bleiben.

Falls Sie die Notlage zu spät bemerken, versuchen Sie auf jeden Fall den Schaden zu minimieren. Vielleicht kann Ihr Geschäftspartner seine Schulden nicht mit Finanzmitteln begleichen, dafür aber mit Waren oder Dienstleitungen?

Ganz wichtig: Vergessen Sie nicht Ihre Kunden und alle Parteien, gegenüber denen Sie Verpflichtungen haben. Noch bevor Verzögerungen drohen, sollten Sie diese rechtzeitig darüber informieren und dabei ganz offen sein. Dadurch vermeiden Sie, dass falsche Schlüsse gezogen werden und die Insolvenzmeldung Ihres Lieferanten wie ein umgefallener Dominostein wirkt.

Wie können Sie von Insolvenzbekanntmachungen profitieren?

Es liegt also auf der Hand: Eine Insolvenzbekanntmachung rechtzeitig zu erkennen, kann Ihnen viel Ärger ersparen und ist besonders dann sinnvoll, wenn sie eine Firma betrifft, mit der Sie zusammenarbeiten oder das in Zukunft geplant haben. Allgemein ist die Insolvenz ein Thema, das sehr negativ belastet ist, und bei vielen Bauchschmerzen verursacht. Aber haben Sie sich schonmal Gedanken gemacht, dass sich hinter einer Insolvenzmeldung einer fremden Firma auch viele Chancen für Sie verbergen können?

Sind Sie vielleicht auf der Suche nach Investitionen? Denn bei Auktionen, die im Rahmen einer Insolvenz stattfinden, ergeben sich oft Möglichkeiten günstig Inventar zu erwerben. In manchen Fällen können Sie auf diesem Weg sogar an Grundstücke oder Gebäude gelangen.

Auch Investitionen von ganz anderen Größenordnungen sind möglich: Wird ein neuer Käufer für das insolvente Unternehmen gesucht, können Sie sich gleich als erster melden und die Chance nutzen, die Firma wieder zum Laufen zu bringen, oder sie in Ihr Unternehmen zu integrieren.

Wie Sie sehen, müssen Insolvenzmeldungen nicht immer wie der Blitz einschlagen. Bei entsprechender Vorbereitung können Sie sie kommen sehen und sogar noch das Bestmögliche dabei herausholen.

Sie möchten keine Insolvenzmeldung mehr verpassen und bestenfalls schon frühzeitig darauf vorbereitet sein? Dann profitieren Sie auch von den Business-Signalen und Handelsregistermeldungen und testen Sie Echobot unverbindlich:
Echobot jetzt kostenfrei testen »

Artikelbild: geralt / pixabay
Visualisierung Business-Signale: djvstock / Fotolia